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Rechenwerkzeug · Ingenieurbüro Eckl, Deggendorf

Spannungsfall und Kabelquerschnitt für PV‑Anlagen berechnen

Für DC‑Stränge, DC‑Hauptleitungen und AC‑Drehstromleitungen. Das Werkzeug rechnet den Spannungsfall, die Verlustleistung und den Jahresverlust, empfiehlt einen Mindestquerschnitt aus der Normreihe und stellt mehrere Querschnitte nebeneinander – damit sichtbar wird, ab wann mehr Kupfer sich nicht mehr rechnet.

01

Welche Leitung rechnen Sie?

Leitungsart

02

Elektrische Daten und Länge

Vorgabe über…
A

DC‑Strang: Strom im Maximum‑Power‑Punkt (IMPP) bei STC.

V

DC: Strangspannung im MPP bei STC. AC: Außenleiterspannung (verkettet).

m

Trassenlänge in eine Richtung. Den Rückleiter berücksichtigt die Formel selbst.

03

Leitermaterial und Temperatur

Leitermaterial

04

Querschnitt und Ziel‑Spannungsfall

Rechenmodus

Normreihe nach DIN EN IEC 60228 (VDE 0295).

%

h/a

Spezifischer Ertrag geteilt durch installierte Leistung. In Deutschland liegen Freiflächenanlagen üblicherweise bei 950 bis 1.100 kWh/kWp und Jahr.

Ergebnis

%

Verlustleistung
Jahresverlust, geschätzt
Mindestquerschnitt
Leiterwiderstand

Rechenweg mit Ihren Zahlen

Unverbindliche Überschlagsrechnung. Sie ersetzt keine Fachplanung und keinen Nachweis nach Norm. Das Werkzeug prüft ausschließlich den Spannungsfall – nicht die Strombelastbarkeit, nicht den Kurzschluss‑ und Überlastschutz, nicht die Verlegeart und nicht die Häufung. Der Querschnitt muss beide Kriterien erfüllen.

05

Querschnitte im Vergleich

Gleiche Randbedingungen, nur der Querschnitt ändert sich. Der senkrechte Strich im Balken markiert Ihren Ziel‑Spannungsfall.

Querschnittmm² Spannungsfall%  V VerlustW JahresverlustkWh/a gegen Ziel 
hält den Ziel‑Spannungsfall ein bis zum 1,5‑fachen des Ziels darüber
Annahmen und Formeln anzeigen

1. Die verwendeten Formeln

Gleichstrom – DC‑Strang und DC‑Hauptleitung

ΔU = 2 · L · I · ρ(ϑ) / S

Der Faktor 2 steht für Hin‑ und Rückleiter: der Strom fließt über den Plusleiter hin und über den Minusleiter zurück, beide erzeugen einen Spannungsfall. L ist deshalb die einfache Trassenlänge. Ein Gleichstromkreis hat im stationären Betrieb keinen Blindanteil – die Reaktanz entfällt vollständig, cos φ kommt nicht vor.

PV = ΔU · I = 2 · L · I² · ρ(ϑ) / S

Weil bei Gleichstrom ΔU/U und PV/P exakt gleich sind, ist der relative Spannungsfall im Auslegungspunkt zugleich der relative Leistungsverlust.

Drehstrom – AC‑Leitung, symmetrisch belastet

ΔU = √3 · I · L · ( ρ(ϑ)/S · cos φ + λ · sin φ )

Hier steht √3 statt 2. Grund: im symmetrischen Drehstromsystem heben sich die drei Leiterströme in der Summe auf, es fließt kein Rückstrom über einen vierten Leiter. Der Spannungsfall der verketteten Spannung ist das √3‑fache des Spannungsfalls je Außenleiter. Bezugsgröße ist die Außenleiterspannung, also 400 V und nicht 230 V.

Das ist der Längsspannungsfall: die Projektion des komplexen Spannungsfalls auf die Richtung der Lastspannung. Die exakte komplexe Rechnung weicht bei den hier üblichen Verhältnissen um deutlich weniger als ein Prozent des Ergebnisses ab. Die Formel entspricht der Berechnungsformel aus DIN VDE 0100‑520 Anhang G beziehungsweise IEC 60364‑5‑52 Anhang G.

Hinweis für den Abgleich mit der Norm: Anhang G schreibt dieselbe Rechnung mit dem Faktor b = 1 und bezieht sie auf die Sternspannung U0 (230 V). Dieses Werkzeug rechnet mit √3 und bezieht auf die verkettete Spannung (400 V). Beide Schreibweisen liefern denselben relativen Spannungsfall, weil 400 V = √3 · 230 V. Wer Absolutwerte in Volt vergleicht, muss wissen, auf welche der beiden Spannungen sie sich beziehen.

PV = 3 · I² · ρ(ϑ) · L / S

Für den Wirkleistungsverlust zählt nur der ohmsche Anteil. Die Reaktanz verschiebt die Phase, sie erzeugt aber keine Wirkverluste. Bei cos φ < 1 sind relativer Spannungsfall und relativer Verlust deshalb nicht mehr identisch – das Werkzeug rechnet beide getrennt.

Wie stark wirkt der induktive Anteil?

Das ist die Frage, an der viele Überschlagsrechnungen scheitern. Präzise Antwort:

  • Bei cos φ = 1 wird sin φ = 0. Der induktive Term verschwindet exakt – unabhängig vom Querschnitt. Für eine PV‑Anlage, die mit Leistungsfaktor 1 einspeist, ist die Reaktanz im Längsspannungsfall schlicht ohne Belang.
  • Erst bei Blindleistungsvorgabe wird sie relevant. Mit λ = 0,08 mΩ/m, Kupfer und cos φ = 0,95 (sin φ ≈ 0,312) beträgt der induktive Anteil am gesamten Spannungsfall rund 3 % bei 25 mm², rund 10 % bei 95 mm², rund 22 % bei 240 mm² und rund 32 % bei 400 mm².
  • Als Merksatz: bis etwa 25 mm² vernachlässigbar, ab etwa 95 mm² spürbar, ab etwa 240 mm² nicht mehr zu ignorieren.
  • Grenze des Pauschalwerts: λ = 0,08 mΩ/m ist der Ersatzwert, den Anhang G vorsieht, wenn nichts Genaueres bekannt ist. Die tatsächliche Reaktanz hängt stark von der Verlegeanordnung ab. Bei Einleiterkabeln nebeneinander mit großem Achsabstand liegt sie deutlich höher als im Dreiecksverband. Bei großen Querschnitten und Blindleistungsvorgabe gehören hier Herstellerwerte eingesetzt, kein Pauschalwert.

2. Widerstand und Temperatur

ρ(ϑ) = ρ20 · [ 1 + α20 · (ϑ − 20 °C) ]
Leiterwerte
GrößeKupferAluminiumHerkunft

Zur Wahl von ρ20: DIN VDE 0100‑520 Anhang G rechnet pauschal mit dem 1,25‑fachen des Werts bei 20 °C, also mit ρ1 = 0,0225 Ω·mm²/m für Kupfer und 0,036 Ω·mm²/m für Aluminium. Dieses Werkzeug verwendet die dazu passenden Kaltwerte 0,0180 und 0,0288 Ω·mm²/m, damit die Option „Pauschal nach Anhang G“ exakt auf die Normwerte trifft. Sie liegen bewusst etwas über den Werten, die sich aus den Widerstandsgrenzen der DIN EN IEC 60228 rechnen lassen (rund 0,0172 für Kupfer) – die Rechnung fällt damit um wenige Prozent konservativ aus.

Der Pauschalfaktor 1,25 entspricht rechnerisch einer Leitertemperatur von rund 84 °C bei Kupfer und rund 82 °C bei Aluminium. Er ist eine bewusst ungünstige Annahme für Verbraucheranlagen und liegt für eine PV‑Leitung, die den größten Teil des Jahres im Teillastbetrieb läuft, meist zu hoch. Deshalb ist hier die Temperatur frei wählbar.

Welche Temperatur ist realistisch? Solarleitungen nach EN 50618 beziehungsweise EN IEC 62930 (Kurzzeichen H1Z2Z2‑K) sind nach Herstellerangaben für eine Leitertemperatur von 90 °C über die Lebensdauer von 25 Jahren ausgelegt; 120 °C sind für eine begrenzte Betriebsdauer in der Größenordnung von 20.000 Stunden zulässig. Das sind Grenzwerte des Materials, keine Betriebswerte. Eine unter dem Modul in der Sonne geführte Leitung erreicht im Sommer deutlich mehr als die Lufttemperatur; ein erdverlegtes AC‑Kabel bleibt deutlich darunter. Die im Werkzeug angebotenen Stufen sind praxisübliche Ansätze, keine Normwerte. Ein Fehler von 15 K verändert den Spannungsfall um rund 5 % des Ergebnisses (bei einer Bezugstemperatur von 55 bis 70 °C; nahe 20 °C sind es knapp 6 %) – deshalb weist das Werkzeug eine Bandbreite aus statt einer Scheingenauigkeit.

3. Zulässiger Spannungsfall – was ist Norm, was ist Praxis?

Hier wird viel verwechselt, deshalb sauber getrennt:

  • DIN VDE 0100‑520 Anhang G, Tabelle G.52.1 nennt für Verbraucheranlagen 3 % für Beleuchtungsstromkreise und 5 % für sonstige Verbrauchsmittel, jeweils vom Speisepunkt bis zum Verbrauchsmittel; bei Speisung aus einem eigenen Niederspannungsnetz 6 % beziehungsweise 8 %. Diese Werte sind ausdrücklich Empfehlungen, keine verbindlichen Grenzwerte, und sie sind für Erzeugungsanlagen nicht unmittelbar gedacht. Als grobe Orientierung für die AC‑Seite taugen sie, als Nachweis nicht.
  • Der oft zitierte 1‑%‑Wert auf der DC‑Seite stammt aus der Planungsliteratur und der Herstellerpraxis, nicht aus einer Norm. Die Installationsnorm für PV‑Stromversorgungssysteme (DIN VDE 0100‑712) fordert geringe Leitungsverluste, nennt dafür aber keinen Zahlenwert; ein verbindlicher 1‑%‑Grenzwert lässt sich dort nicht belegen. Der Wert ist Branchenpraxis und Planungsziel – kein Normgrenzwert. Wer ihn als „Vorschrift“ verkauft, zitiert falsch.
  • Praxis heute: DC‑seitig werden 1 % als Ziel und 2 % als Obergrenze angesetzt. Bei großen Freiflächenanlagen wird bewusst höher gegangen, wenn die Kabelkosten den Ertragsverlust übersteigen – das ist eine Wirtschaftlichkeitsentscheidung, keine Normfrage. AC‑seitig sind anlagenintern 1 % üblich.
  • Nicht zu verwechseln: Der anlageninterne Spannungsfall ist etwas anderes als die Spannungsanhebung am Netzanschlusspunkt, die die Technischen Anschlussregeln (VDE‑AR‑N 4105 für Niederspannung, VDE‑AR‑N 4110 für Mittelspannung) begrenzen. Der dort zulässige Wert ist der jeweils gültigen Fassung zu entnehmen und mit dem Netzbetreiber abzustimmen. Er wird von diesem Werkzeug nicht geprüft.

Die Ampel in diesem Werkzeug bewertet gegen Ihren eingegebenen Zielwert: grün bis zum Ziel, gelb bis zum 1,5‑fachen, darüber rot. Das ist eine Darstellungskonvention dieses Werkzeugs, keine Norm.

4. Jahresverlust – bewusst als Spanne

EV ≈ PV · tV · f

PV ist der Verlust im Auslegungspunkt, tV sind die Vollbenutzungsstunden, f ist ein Quadratfaktor.

Warum f < 1? Der Ertrag wächst linear mit der Einstrahlung, der Verlust aber quadratisch mit dem Strom. Eine Anlage läuft den größten Teil des Jahres im Teillastbetrieb, und in Teillast fallen die Verluste überproportional geringer aus. Die Rechnung PV × tV allein wäre deshalb eine saubere Obergrenze, aber zu pessimistisch.

Dieses Werkzeug rechnet mit f = 0,45 bis 0,75 und gibt das Ergebnis als Spanne aus. Dieser Faktor ist eine eigene Abschätzung, kein Normwert und kein Literaturwert: Rechnet man ihn aus einer typischen deutschen Einstrahlungsverteilung nach (Summe der quadrierten Stundenleistungen geteilt durch die Summe der Stundenleistungen), landet man in der Größenordnung 0,5; nach oben deckt die Spanne Standorte und Anlagen mit gleichmäßigerem Tagesgang ab. Der Faktor hängt von der Einstrahlungsverteilung am Standort, von der Ausrichtung und beim Ost‑West‑Aufbau vom flacheren Tagesgang ab. Für eine belastbare Verlustenergie gehört eine Simulation über Zeitreihen gerechnet, nicht eine Faustformel. Die untere Grenze der ausgewiesenen Spanne ist daher die realistischere Zahl, die obere die vorsichtigere.

5. Querschnittsreihe

Angeboten werden die genormten Nennquerschnitte nach DIN EN IEC 60228 (VDE 0295) von 1,5 bis 630 mm². Wichtig für das Verständnis der Genauigkeit: die Norm definiert einen Leiter über seinen zulässigen Höchstwiderstand, nicht über eine geometrisch exakte Fläche. Der reale Widerstand eines konkreten Kabels liegt daher unterhalb des Normwerts und streut je nach Aufbau und Hersteller.

6. Was dieses Werkzeug nicht kann

  • Keine Prüfung der Strombelastbarkeit, der Verlegeart, der Häufung und der Umgebungstemperatur nach DIN VDE 0298‑4.
  • Keine Prüfung von Überlast‑ und Kurzschlussschutz, keine Abschaltbedingungen, keine Selektivität.
  • Keine Erwärmungsrückkopplung: der Strom erwärmt den Leiter, der wärmere Leiter hat mehr Widerstand. Die Temperatur wird hier vorgegeben, nicht iterativ ermittelt.
  • Keine Berücksichtigung des Skineffekts und der Nachbarschaftseffekte. Bei 50 Hz sind sie bis etwa 185 mm² klein, darüber wächst der Wechselstromwiderstand merklich über den Gleichstromwiderstand. Bei sehr großen Querschnitten gehören Herstellerwerte eingesetzt.
  • Keine Anlagensimulation: kein Modulverhalten, keine Temperaturkoeffizienten der Module, keine Mismatch‑ und Verschattungsverluste, keine Wechselrichterkennlinie.
  • Keine Prüfung der Spannungsanhebung am Netzanschlusspunkt und keine Netzverträglichkeitsrechnung.

Quellen und Normbezüge

  • DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520) – Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel, Kabel- und Leitungsanlagen; Anhang G (Spannungsfall) und Beiblatt 2 (Querschnittsbemessung). Die Werte der Tabelle G.52.1 sind Empfehlungen.
  • IEC 60364-5-52 / HD 60364-5-52 – internationale beziehungsweise europäische Grundlage desselben Anhangs; Ersatzwerte ρ1 = 1,25 · ρ20 und λ = 0,08 mΩ/m.
  • DIN EN IEC 60228 (VDE 0295) – Leiter für Kabel und isolierte Leitungen: Nennquerschnittsreihe und zulässige Höchstwiderstände.
  • IEC 60287 – Temperaturkoeffizienten des Leiterwiderstands: 0,00393 1/K für Kupfer, 0,00403 1/K für Aluminium, bezogen auf 20 °C.
  • DIN VDE 0298-4 – Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen, Umrechnungsfaktoren für Umgebungstemperatur und Häufung. Für dieses Werkzeug nur als Abgrenzung genannt.
  • DIN VDE 0100-712 – Errichten von Niederspannungsanlagen, PV-Stromversorgungssysteme. Enthält in der aktuellen Fassung keinen Zahlenwert für den zulässigen Spannungsfall.
  • EN 50618 beziehungsweise EN IEC 62930 – Leitungen für Photovoltaiksysteme (H1Z2Z2-K). Temperaturangaben nach Herstellerdatenblättern: 90 °C Leiter­temperatur über 25 Jahre, 120 °C für rund 20.000 Betriebsstunden. Für den Nachweis ist das Datenblatt der konkret verlegten Leitung heranzuziehen.
  • VDE-AR-N 4105 und VDE-AR-N 4110 – Technische Anschlussregeln; maßgeblich für die Spannungsanhebung am Netzanschlusspunkt, hier nicht gerechnet.

Stand der Recherche: August 2026. Normen werden fortgeschrieben – maßgebend ist stets die zum Zeitpunkt der Planung gültige Fassung. Für einen prüffähigen Nachweis ist die Norm im Original heranzuziehen.

Diese Rechnung ist unser Tagesgeschäft

Kabellisten, Spannungsfallnachweise und der Variantenvergleich zentral gegen dezentral gehören zu den Leistungen, die wir für Projektierer und EPCs erbringen. In einem Referenzprojekt lagen zwischen den beiden Verkabelungskonzepten 39 km und 10 km Kabel – dieselbe Anlage, dieselbe Leistung. Wenn Sie wissen wollen, auf welcher Seite Ihr Projekt liegt: schicken Sie uns Ihre Zahlen.

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