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Rechenwerkzeug · Ingenieurbüro Eckl

Sonnenbeschienene Fläche zwischen Modulreihen

Bebauungspläne fordern häufig „mind. 3,00 m breite besonnte Streifen zwischen den Modulreihen“. Dieser Rechner beantwortet beide Richtungen: Hält meine Anordnung die Festsetzung ein? und welchen Reihenabstand brauche ich dafür – und was kostet er an Leistung je Hektar? Der maßgebende Bezugszeitpunkt ist in keiner Vorschrift definiert; er ist hier deshalb sichtbare Eingabe.

Rechenrichtung

Ihre Eingaben

Modultisch

Maßgebend ist immer die Länge des Modulfelds in der Falllinie (schräg über die Module gemessen, Unterkante bis Oberkante), nicht die Grundrisstiefe.

Stück

In deutschen Freiflächenanlagen üblich: 2 bis 4 Module hochkant.

m

Heutige Freiflächenmodule: 2,28 m hochkant, 1,13 m quer.

m

Montagespalt, typisch 15 bis 25 mm. Geht in die Tischlänge ein.

m

Schräg gemessen über das gesamte Modulfeld einer Reihe.

m

Häufige Festsetzung: max. 3,90 m (Hengersberg) bzw. 3,20 m über natürlichem Ursprungsgelände (Ochsenhausen).

m

Aus Ober- und Unterkante sowie der Neigung ergibt sich die Tischlänge.

Grad

Gegen die Waagerechte gemessen, nicht gegen das Gelände. Üblich 15 bis 25 Grad; Musterschnitt Hengersberg: 20 Grad.

m

Festsetzungen: ≥ 0,80 m (Bayern, Hengersberg), 0,70 m (Ochsenhausen), 0,90 m bei Schafbeweidung (KNE 2025). Achtung: Die Bodenfreiheit verschiebt das Schattenband, ändert aber die Breite des besonnten Streifens nicht – siehe Annahmenblock.

m

Achsmaß = Vorderkante zu Vorderkante zweier aufeinanderfolgender Modultische, in der Horizontalprojektion (Lageplan) gemessen – nicht der lichte Abstand zwischen den Tischen.

Standort und Lage

Die geografische Breite bestimmt die Sonnenhöhe, die Länge nur die Umrechnung der wahren Ortszeit in die Uhrzeit.

° Nord

Deutschland liegt zwischen rund 47,3° (Allgäu) und 55,0° (Sylt). ° Ost

Grad

0° = exakt Süd. Positiv = nach Westen gedreht (Südwest), negativ = nach Osten. Bei Abweichung ist der Mittag nicht mehr der ungünstigste Zeitpunkt – der Rechner weist das Tagesminimum gesondert aus.

%

0 % = eben, 10 % entspricht 5,7 Grad.

Der Südhang vergrößert den besonnten Streifen, der Nordhang verkleinert ihn – um mehrere Meter.

Vorgabe aus dem Bebauungsplan und Bezugszeitpunkt

m

Der in Satzungen anzutreffende Wert ist 3,00 m. Er stammt aus dem bayerischen Rundschreiben von 2021 und ist eine Konvention; das KNE stellt 2025 ausdrücklich fest, dass es dafür keine wissenschaftlich abgeleitete Grundlage gibt.

Es gibt keinen normierten Bezugszeitpunkt. Weder das bayerische Rundschreiben noch die ausgewerteten Satzungen, Leitfäden oder die DIN SPEC 91434 nennen Datum oder Uhrzeit. Voreingestellt ist die Tagundnachtgleiche, weil die Deklination dort null ist und die Sonnenhöhe genau in der Mitte der Jahresspanne liegt.

 

WOZ = wahre Ortszeit, also nach dem tatsächlichen Sonnenstand. Bei exakt südausgerichteten Reihen schwankt der besonnte Streifen über den Tag nur um wenige Zentimeter – der Sonnenhöchststand ist dann eine tragfähige Konvention. Sobald die Tische von Süd abweichen, gilt das nicht mehr.

%

22 % entsprechen 220 Wp je Quadratmeter Modulfläche.

Ergebnis

Besonnter Streifen m

 

Erforderlicher Reihenabstand m

 

 

Tischlänge L in der Falllinie
Grundrisstiefe des Tisches
Lichter Reihenabstand (rein geometrisch)
Breite des Schattenbands am Boden
Besonnter Streifen auf der Geländeoberfläche
Tagesminimum am gewählten Datum
Sonnenhöhe h zum Bezugszeitpunkt
Maßgebender Profilwinkel p
Bodennutzungsgrad GCR
Leistung je Hektar Modulfeld
Reihen je 100 m Nord-Süd-Tiefe
Zugrunde gelegter Zeitpunkt
Maßstäblicher Querschnitt durch zwei Modulreihen Schnitt senkrecht zur Reihenachse mit zwei geneigten Modultischen, Geländelinie, einfallendem Sonnenstrahl, Schattenband, hervorgehobenem besonntem Streifen und Bemaßung für Reihenabstand, Schattenlänge, besonnten Streifen, Bodenfreiheit und Tischhöhe.
Schnitt senkrecht zur Reihenachse, Sonnenseite links. Längen und Höhen im gleichen Maßstab.

Besonnter Streifen im Tagesverlauf

Gleiches Datum, gleiche Geometrie – nur die Uhrzeit ändert sich.

Sonnenhöhe, Azimut, Profilwinkel und besonnter Streifen zu verschiedenen Tageszeiten
Uhrzeit WOZ Uhrzeit gesetzl. Sonnenhöhe h Δa Profilwinkel p Besonnter Streifen

Was die Wahl des Bezugsdatums kostet

Dieselbe Anlage, nur ein anderer unterstellter Zeitpunkt. Rechts steht der Preis der Festsetzung: der Reihenabstand, der die geforderte Breite genau erreicht, und die Leistung, die dann noch je Hektar untergebracht werden kann.

Vergleich der Bezugsdaten: Sonnenhöhe, besonnter Streifen, erforderlicher Reihenabstand und Leistung je Hektar
Bezugsdatum Sonnenhöhe h Streifen bei Ihrem P Erforderliches P GCR kWp/ha
Annahmen und Formeln anzeigen

1. Was hier gerechnet wird

Betrachtet wird ein Schnitt senkrecht zur Reihenachse durch zwei aufeinanderfolgende, unendlich lange Modulreihen. Gesucht ist der Bodenstreifen zwischen dem Schattenende der vorderen Reihe und dem Schattenanfang der hinteren Reihe. Alle Maße sind, wenn nichts anderes steht, horizontal gemessen (Lageplanmaß).

2. Geometrie des Tisches

L = nM · hM + (nM − 1) · g
B = L · cos β  (Grundrisstiefe)   H = L · sin β  (Höhenanstieg)

Bei der Eingabe über Ober- und Unterkante gilt umgekehrt L = (hOK − hUK) / sin β und c = hUK.

3. Sonnenstand

Deklination nach der Fourier-Reihe von Spencer (1971), Fehler unter 0,1 Grad:

BS = 2π(n − 1)/365
δ = 0,006918 − 0,399912 cos BS + 0,070257 sin BS − 0,006758 cos 2BS + 0,000907 sin 2BS − 0,002697 cos 3BS + 0,001480 sin 3BS  [rad]
ω = 15° · (tWOZ − 12 h)
sin h = sin φ · sin δ + cos φ · cos δ · cos ω
aS = atan2( sin ω , cos ω · sin φ − tan δ · cos φ )  (von Süd, West positiv)

Für den Sonnenhöchststand (ω = 0) vereinfacht sich das zu h0 = 90° − |φ − δ|. Die Umrechnung der wahren Ortszeit in die gesetzliche Zeit erfolgt über die Zeitgleichung, ebenfalls nach Spencer, zuzüglich 4 Minuten je Grad Abweichung vom 15. Längengrad; sie beeinflusst nur die angezeigte Uhrzeit, nicht die Geometrie.

4. Profilwinkel

Maßgebend für lange Reihen ist nicht die Sonnenhöhe selbst, sondern ihre Projektion in die Schnittebene senkrecht zur Reihe:

tan p = tan h / cos Δa   mit Δa = aS − aM

Gilt für |Δa| < 90°. Darüber steht die Sonne hinter der Modulebene, die Verschattungsgeometrie kehrt sich um; der Rechner gibt diese Zeitpunkte gesondert aus und rechnet sie nicht mit.

5. Besonnter Streifen

W = P − L · ( sin β + cos β · tan p ) / ( tan p + tan σ )
WGelände = W / cos σ
Perf = WSoll + L · ( sin β + cos β · tan p ) / ( tan p + tan σ )

Der abgezogene Term ist zugleich die Breite des Schattenbands am Boden. Es gilt also schlicht: besonnter Streifen = Reihenachsabstand minus Schattenband. σ ist die Geländeneigung, positiv beim Südhang (Gelände steigt von der Sonne weg).

Die Bodenfreiheit c kürzt sich exakt heraus. Sie steht im Zähler von Schattenanfang und Schattenende und verschwindet in der Differenz. Höhere Tische verschieben das Schattenband, machen den besonnten Streifen aber nicht breiter. Die 0,80 m Bodenfreiheit und die 3,00 m besonnter Streifen sind zwei unabhängige Anforderungen. Geometrisch reicht der besonnte Streifen sogar bis unter den nächsten Tisch – genau deshalb fällt c heraus.

6. Lichter Abstand, GCR und Leistung

lichter Abstand = P − L · cos β
GCR = L / P    Leistung je Hektar = 10.000 m² · GCR · η

Die Leistung je Hektar bezieht sich auf das reine Modulfeld, ohne Wege, Randabstände und Stationen; in der Praxis sind davon noch 10 bis 20 % abzuziehen.

7. Zwei verschiedene Größen, die in Satzungen vermengt werden

  • Lichter Reihenabstand – rein geometrisch, jederzeit mit dem Zollstock prüfbar, unabhängig von Datum und Uhrzeit.
  • Besonnter Streifen – der tatsächlich von direkter Sonne getroffene Bodenstreifen, abhängig von Datum, Uhrzeit, Breitengrad, Ausrichtung und Geländeneigung.

Der besonnte Streifen ist bei praxisüblicher Geometrie immer schmaler als der lichte Abstand. Wer 3 m als lichten Abstand auslegt, baut deutlich enger als wer 3 m als besonnten Streifen nachweist.

8. Grenzen der Methode – bitte lesen

  • Kein normierter Bezugszeitpunkt. In elf ausgewerteten Dokumenten (bayerisches Rundschreiben 2021, Leitfaden Rheinland-Pfalz 2024, sechs Bebauungspläne, NABU NRW 2022, KNE 2025, bne-Studie 2019, DIN SPEC 91434) wird weder Datum noch Uhrzeit noch eine Messvorschrift genannt. Das Ergebnis hängt aber massiv davon ab.
  • Keine fachliche Herleitung der 3 m. Das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende stellt 2025 fest, dass es keine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Angaben zu einem ausreichenden Reihenabstand gibt. Die Zahl ist eine Konvention.
  • Unendlich lange, gerade Reihen. Randeffekte an den Reihenenden, Lücken, Wege, Stationen und Fremdverschattung (Bäume, Zaun, Geländekanten) sind nicht enthalten.
  • Ebene Ersatzfläche. Die Geländeneigung wird als konstante Schiefe in Reihenrichtung angesetzt. Reales, bewegtes Gelände erfordert ein digitales Geländemodell.
  • Momentaufnahme, keine Energiebilanz. Gerechnet wird die direkte Sonne zu einem Zeitpunkt. Diffuses Licht, Bewölkung und die über die Vegetationsperiode aufsummierte Strahlung sind etwas anderes; die DIN SPEC 91434 arbeitet für Agri-PV bewusst mit kWh/m² statt mit Metern.
  • Tagesminimum erst ab 5° Sonnenhöhe. Das ausgewiesene Tagesminimum klammert Zeitpunkte mit einer Sonnenhöhe unter 5° aus. Dort ist die direkte Einstrahlung ohnehin bedeutungslos, und Horizont, Geländekanten, Gehölze und Nachbarbebauung wirken stärker als die Reihengeometrie. Ohne diese Grenze liefert die Formel kurz vor Sonnenuntergang rechnerisch korrekte, aber praktisch sinnlose Werte.
  • Mittag ist nicht immer der ungünstigste Fall. Sobald die Tische von Süd abweichen, wächst der Streifen mittags rechnerisch an, während er morgens und abends einbricht. Der Rechner weist deshalb das Tagesminimum aus.
  • Pflege wirkt mindestens so stark wie Geometrie. Liegen bleibendes Mähgut mindert den Lichteinfall auf den Boden und düngt schnellwüchsige Gräser. Mulchverbot und Abfuhr des Mähguts gehören zur selben Maßgabenkette wie die 3 m.
  • Keine GRZ-Auslegung. Was bei aufgeständerten Modulen „Grundfläche“ ist, definieren die Satzungen unterschiedlich. Der Rechner legt das nicht aus. Hinweis: Bei der Privilegierung nach § 35 BauGB zählt nach Auffassung des bayerischen Bauministeriums die gesamte von den äußeren Modulreihen eingefasste Fläche inklusive der Reihenzwischenräume – ein größerer Reihenabstand vergrößert also die anrechenbare Grundfläche, ohne mehr Leistung zu bringen.

9. Ampelschwellen

  • Erfüllt – mindestens 15 cm mehr als gefordert.
  • Knapp erfüllt – rechnerisch erreicht, aber weniger als 15 cm Reserve. In dieser Größenordnung liegen bereits Bautoleranz, Rammabweichung und Geländeunebenheit.
  • Nicht erfüllt – die geforderte Breite wird rechnerisch nicht erreicht.

Die Schwelle liegt bewusst genau auf dem geforderten Wert. Ein am Markt verfügbarer Vergleichsrechner meldet bereits ab 2,50 m „grün“ und bestätigt damit Anordnungen, die eine 3,00-m-Festsetzung verfehlen.

10. Quellen

  • Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Bau- und landesplanerische Behandlung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen, Az. 25-4611.10-3-21, Dezember 2021, S. 25 – Ursprung der Formulierung „zwischen den Modulreihen mind. 3 m breite besonnte Streifen“ samt der Rechtsfolge, dass bei Einhaltung der Maßgaben in der Regel kein Ausgleichsbedarf entsteht.
  • Markt Hengersberg: Bebauungs- und Grünordnungsplan Schwanenkirchen, Bekanntmachung 13.02.2023, Textliche Festsetzung T 1.3.
  • Peschel & Peschel (bne): Solarparks – Gewinne für die Biodiversität, November 2019 – Herkunft des Begriffs „von der Sonne beschienene Flächen“.
  • KNE: Artenreiches Grünland im Solarpark etablieren – aber wie?, Juli 2025, S. 22 – fehlende wissenschaftliche Grundlage für Reihenabstände.
  • NABU NRW: Positionspapier Freiflächenphotovoltaik, 02.05.2022 – 3 m als rein geometrischer Reihenabstand.
  • DIN SPEC 91434:2021-05, Ziffer 6.4.4 – Ausrichtung und Abstände zwischen den Modulreihen sind ausdrücklich nicht festgelegt.
  • Spencer, J. W. (1971), Cooper, P. I. (1969) sowie Duffie & Beckman, Solar Engineering of Thermal Processes – Sonnenstands- und Profilwinkelgeometrie.

11. Genauigkeit

Die geschlossene Formel wurde gegen ein unabhängiges Ray-Tracing über vier Reihenperioden mit 200.001 Abtastpunkten geprüft; die größte Abweichung lag bei 1,3 · 10−4 m. Die Unsicherheit steckt damit vollständig in den Eingangsgrößen, vor allem in der tatsächlichen Tischlänge, der wirklichen Geländeform – und in der Wahl des Bezugszeitpunkts.

Unverbindliche Überschlagsrechnung. Dieses Werkzeug liefert eine geometrische Orientierung. Es ersetzt keine Fachplanung und keine verbindliche Auskunft der Genehmigungsbehörde. Da weder Rundschreiben noch Satzungen einen Bezugszeitpunkt festlegen, ist das Ergebnis immer nur so belastbar wie die getroffene Annahme – der maßgebende Zeitpunkt ist mit der Gemeinde und der Unteren Naturschutzbehörde abzustimmen, am besten vor dem Satzungsbeschluss. Das Ergebnis ist eine Berechnung, keine Rechtsauskunft. Für Entscheidungen auf Grundlage dieser Zahlen wird keine Haftung übernommen.

Wir bringen die Festsetzung und Ihre Anlage zusammen

Sie haben jetzt die Größenordnung. Was in der Regel fehlt, ist die Verständigung mit Gemeinde und Naturschutzbehörde über den Bezugszeitpunkt – und, falls der Plan noch im Verfahren ist, eine Festsetzungsformulierung, die sich später auch vollziehen lässt. Wir rechnen Ihre Fläche mit Geländemodell durch, erstellen den prüffähigen Nachweis und formulieren die Alternative. Schreiben Sie uns – Ihre Eingaben und das Ergebnis stehen bereits in der E-Mail.

PV-Planungen Eckl GmbH & Co. KG · Deggendorf · rund 1.500 Projekte seit 2014 · über 1,5 GWp geplant · 99 Bauleitverfahren begleitet